Top-Liste – Jahrgang 2019/20 (Deutscher Spielepreis 2020)

Irgend­wie geht mir gera­de ein Weih­nachts­lied durch den Kopf. Denn wie alle Jah­re wie­der möch­te ich euch auch in die­sem Som­mer an mei­ner Abstim­mung für den Deut­schen Spie­le­preis 2020 teil­ha­ben las­sen. Wer das bis­her selbst noch nicht gemacht hat, kann dies bis zum 31. Juli nach­ho­len. Mein Appell ist dabei ein­deu­tig: Macht das bit­te, denn der Preis wird rele­van­ter, je mehr Stim­men abge­ge­ben wur­den.

meine Top5: Deutscher Spielepreis 2020
mei­ne Top‑5: Deut­scher Spie­le­preis 2020

Ich bin jeden­falls wie immer sehr gespannt, wel­ches Spiel die­ses Jahr den Preis gewin­nen wird. Ich tip­pe dabei auf DIE CREW, weil es doch in vie­len für den Preis rele­van­ten Grup­pen sehr gut auf­ge­nom­men wur­de. Bei mir hat es die­ses koope­ra­ti­ve Stich­spiel aller­dings nicht in die Top‑5 geschafft, wobei ich ja auch immer ein wenig komisch wäh­le. Denn mein obers­tes Ziel ist es, eine gro­ße Band­brei­te abzu­de­cken. Statt also nur Exper­ten­spie­le zu wäh­len, die dann noch alle ähn­li­che The­men und Mecha­nis­men haben, wäh­le lie­ber das Bes­te von die­sen fünf und gebe ande­ren (auch klei­ne­ren) Spie­len mei­ne Stim­me. So kam also fol­gen­de Top‑5 des aktu­el­len Jahr­gangs zustan­de:

  1. MARACAIBO von Alex­an­der Pfis­ter – erschie­nen bei Game's Up
  2. WASSERKRAFT von Tom­ma­so Bat­tis­ta und Simo­ne Lucia­ni – erschie­nen bei Feu­er­land Spie­le
  3. DER KARTOGRAPH von Jor­dy Adan – erschie­nen bei Pega­sus Spie­le
  4. PICTURES von Danie­la und Chris­ti­an Stöhr – erschie­nen im PD-Ver­lag
  5. PUSH von Pro­spe­ro Hall – erschie­nen bei Ravens­bur­ger

Maracaibo - Box
Foto: dlp games

MARACAIBO ist so eine Art Best-Of-Album von Alex­an­der Pfis­ter. Da ste­cken eini­ge Ele­men­te drin, die man so auch schon aus sei­nen ande­ren guten Spie­len kennt (GREAT WESTERN TRAIL, NEWDALE, OH MY GOODS...). Man­chen ist in MARACAIBO zu viel Schnör­kel ent­hal­ten, mir gefällt aber die­se wil­de Mischung sehr gut. Vor allem der ent­hal­te­ne Kam­pa­gnen­mo­dus hat es mir ange­tan und mich moti­viert, im Zwei­fel immer lie­ber noch­mals ein MARACAIBO auf den Tisch zu brin­gen als ein ande­res Spiel. Die dar­in erzähl­te Geschich­te geht auch etwas sen­si­bler mit dem gewähl­tem The­ma um, wel­ches zurecht kri­ti­siert wer­den darf. Wenn man schon das Spiel unbe­dingt im The­men­ge­biet des Kolo­ni­al­nis­mus ansie­delt, dann soll­te man die­ses auch ent­spre­chend breit­ge­fä­chert beleuch­ten. Das Stan­dard­spiel geht mei­ner Mei­nung nach zu ein­fach dar­über hin­weg. Erst in der Kam­pa­gne wird deut­lich, was das Macht­stre­ben der euro­päi­schen Natio­nen für eine Aus­wir­kung auf die dor­ti­ge Bevöl­ke­rung hat­te. Des­we­gen muss MARACAIBO etwas mit einem ver­meid­ba­ren Makel leben. Das Spiel als sol­ches hat mich aber mit all sei­nen Mög­lich­kei­ten voll­auf über­zeugt.

Wasserkraft - Box
Foto: Feu­er­land Spie­le

WASSERKRAFT ken­nen eini­ge hier im Blog eher unter BARRAGE. Schon auf der SPIEL 2018 war das mein High­light, als es dort als Pro­to­typ spiel­bar war. Die nach­fol­gen­de Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne war zwar eher abschre­ckend, weil Cra­nio Crea­ti­ons fast jeden Fett­napf mit­ge­nom­men hat, der zu tref­fen war. Trotz­dem bleibt WASSERKRAFT fern­ab von Mate­ri­al­dis­kus­sio­nen der ursprüng­li­chen Auf­la­ge ein spie­le­ri­sches Glanz­licht. Dabei über­zeugt mich vor allem das stim­mi­ge das The­ma. Mich als Inge­nieur spricht es ein­fach an, über Stau­wer­ke, Pum­pen und Gene­ra­to­ren Ener­gie gewin­nen zu las­sen. Aber auch die gewähl­ten Abläu­fe sind toll. Man hat nicht nur einen Kon­kur­renz­kampf auf den Ein­setz­fel­dern die­ses Worker-Pla­ce­ment-Spiels, son­dern auch der Spiel­plan will gele­sen wer­den und ist meist heiß umkämpft. Somit ist WASSERKRAFT erstaun­lich kon­fron­ta­tiv, was man so in moder­nen Spie­len gar nicht mehr gewohnt ist. Für mich ist WASSERKRAFT jeden­falls mein Exper­ten­spiel des Jah­res und gehört unbe­dingt in die­se Top‑5!

Der Kartograph - Box
Foto: Pega­sus Spie­le

Hät­te ich DER KARTOGRAPH nicht auch schon vor der Covid-19-Zeit so inten­siv gespielt, es wäre wohl spä­tes­tens dann auf die­se Top-Lis­te gerutscht. Denn es gab eigent­lich kei­nen vir­tu­el­len Spie­le­abend, an dem nicht auch noch eine Run­de DER KARTOGRAPH gespielt wur­de. Eigent­lich ist das Ein­zeich­nen von Polyo­mi­nos eher soli­tär, aber trotz­dem macht DER KARTOGRAPH auch zusam­men viel Spaß (was nicht nur an den Mons­tern liegt). Als beken­nen­der Freund von Roll-and-Wri­te-Spie­len freue ich mich zusätz­lich dar­über, dass DER KARTOGRAPH auf­zeigt, dass immer noch nicht das Ende der Fah­nen­stan­ge erreicht ist.

Pictures - Box
Foto: PD Games

PICTURES kommt rein äußer­lich sehr unschein­bar daher. Doch man darf sich vom drö­gen Design nicht täu­schen las­sen: da steckt eine Men­ge Spiel­spaß in der Box. Das Prin­zip ist so ein­fach, dass es in weni­ger als fünf Minu­ten erklärt ist. Mit unter­schied­li­chen Mate­ria­li­en soll man aus­lie­gen­de Fotos nach­stel­len. Das ist im wahrs­ten Sin­ne kin­der­leicht, so dass man mit PICTURES auch gut alle Alters­klas­sen an den Tisch brin­gen kann. Für mich deckt PICTURES somit die Kate­go­rie der Fami­li­en­spie­le ab.

Push - Box
Foto: Ravens­bur­ger

PUSH ist der klas­si­sche Absa­cker, bei dem die Emo­tio­nen hoch kochen kön­nen. Das Spiel ist klein und gemein, weil es total glücks­ab­hän­gig und kaum steu­er­bar ist. Die Beto­nung liegt aller­dings auf kaum, denn schließ­lich könn­te man ja auch immer recht­zei­tig mit dem eige­nen Zug auf­hö­ren. Wenn, ja wenn, man eben nicht so gie­rig wäre. PUSH ist Push-Your-Luck in Rein­form. Kein unnö­ti­ger Klim­bim stört, dafür aber man­chen die extra­va­gan­te Gra­fik. Somit wird es PUSH sicher­lich nicht allen recht machen, bei uns ist das Spiel aber voll ein­ge­schla­gen.


Nun denn, das war nun mein kur­zer Rück­blick auf mei­ne Lieb­lings­spie­le des aktu­el­len Jahr­gangs (ver­bun­den mit der Wahl zum Deut­schen Spie­le­preis 2020). Natür­lich feh­len noch vie­le ande­re gute Spie­le, aber ich will jetzt auch nicht ins Auf­zäh­len gera­ten. Inter­es­sier­te lei­te ich des­we­gen mal an mein Ora­kel zum Spiel des Jah­res wei­ter. Wie immer bin ich auch sehr gespannt, wel­che Spie­le ich nächs­tes Jahr an glei­cher Stel­le prä­sen­tie­ren wer­de. Die gro­ße Vor­ankün­di­gungs­swel­le beginnt schon sich zu bewe­gen und da sind doch eini­ge Titel dabei, auf die ich mich sehr freue.

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